Dienstag 23. Oktober 2018

NEU! Orthodoxe Kirchenzeitung

für Österreich im neuen Layout

Die aktuelle Ausgabe Frühjahr-Sommer/2018

 

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NEU! "Orthodoxe Religionspädagogik"

an der Universität Wien

 

 

DIE KLEINE RELIGIONSBIBLIOTHEK

 

HERABKUNFT DES HEILIGEN GEISTES

 

Wie es der Herr ihnen bei der Himmelfahrt aufgetragen hatte, blieben die Apostel in Jerusalem und warteten auf die Erfüllung Seiner Verheisung, die Sendung des Heiligen Geistes. „Sie alle“, so die Apostelgeschichte, „verharrten dort einmütig im Gebet, zusammen mit den Frauen und mit Maria, der Mutter Jesu, und mit seinen Brüdern“. (Apg 1, 14). Sie sprachen über Christus und Seine Worte bei der Himmelfahrt, aber sie sprachen darüber mit niemanden außerhalb ihres Kreises, auch nicht über die Freude die in ihren Herzen herrschte. Die Furcht hatte ihre Münder einfach verschlossen. Und dann geschah etwas außerordentliches. Sie waren wieder einmal alle versammelt, als in der dritten Stunde (nach unserer Zeitmessung 9 Uhr) eine Art von Donner einbrach, das Haus, in dem die Apostel waren, wackelte und sie hörten einen starken Wind, wie einen Sturm, über sich. Eine Feuersäule senkte sich vom Himmel und im Raum erschienen Feuerzungen, die über den Köpfen der einzelnen Apostel zu sehen waren. Das war die Herabkunft des Heiligen Geistes in die herzen und den Verstand der Apostel, den ihnen Christus vor der Himmelfahrt versprochen hatte. Durch den Empfang des Heiligen Geistes sind die Apostel nun vollkommen erneuert und wiedergeboren.

Plötzlich spürten die Apostel, dass sie reden können. Ja, noch mehr, sie mussten auf einmal reden. Denn so stark war die Begeisterung in ihren Herzen. Die Furcht war weg. Sie begannen nun laut über Gott und Jesus Christus zu sprechen, so laut, dass sie von allen gehört wurden. Eine große Anzahl von Pilgern befand sich zu dieser Zeit in Jerusalem, die das Fest des Pentekoste feierten und diese wurden von dem lauten Gerede angezogen und kamen zum Haus der Apostel. Sie blieben beim Haus stehen und lauschten den Worten. Sie wunderten sich über die freudigen Worte über Jesus. Sie hörten die Worte auf ihrer eigenen Sprache, die Einheimischen und die Fremden, die Pilger, die von Fern gekommen waren.

 

Viele fragten sich verwundert: Woher kommt das? Ist das von Gott? Andere belächelten die Situation: Die sind doch vom süßen Wein betrunken! Nun kamen die Apostel heraus und begannnen mit einer solchen Begeisterung, Überzeugung und Unbedenklichkeit über Jesus zu sprechen, dass nun viele aus den verschiedenen Regionen des römischen Reiches sich bekehren lassen. Viele beginnen an Christus zu glauben, indem sie auf wundersame Weise über Ihn die Predigten hörten, jeder auf seiner Sprache, aus dem Munde des Apostel Petrus, der im Namen der anderen Aposteln spricht: Jesus der Nazarether, der so viele Wunder getan hat...Jesus, den ihr gekreuzigt habt und mit den Händen der Heiden getötet habt...Gott hat Ihn wiedererweckt. Er ist der Herr. Er ist- Christus! Die Kirche ist gegründet! (Lesung: Apostelgeschichte 2)

Mit der Herabkunft des Heiligen Geistes auf die Apostel wurde die Gründung der Kirche Christi vollzogen bzw. das Reich Gottes auf Erden durch Jesus Christus errichtet. Nun hatten die Apostel den Heiligen Geist erhalten und verkündeten die heilige Wahrheit über Christi rettendes Opfer und Seine Auferstehung. Sie tauften an diesem Tag einige Tausend Christi Jünger und errichteten somit das Fundament für die organisierte Kirche Christi auf Erden.  Von diesem Moment an begann die Kirche mit vollen Zügen zu leben und wuchs mit der Aufnahme neuer Seelen. Dieses Wachsen der Kirche, äußerlich und innerlich, in Tiefe und Breite, wird in der Apostelgeschichte geschildert, beginnend mit dem zweiten Kapitel.

 

In Erinnerung an dieses bedeutende Ereignis, zu Ehren der Heiligen Dreiheit, feiert die Kirche das Fest mit der Bezeichnung Pentekoste (griech.), denn es wird 50 Tage nach der Auferstehung (Ostern) gefeiert. Der ganze Gottesdienst an diesem Pfingsttag, der sehr feierlich und erhaben ist, stellt die Ausarbeitung des alltäglichen Liturgie-Liedes zu Ehren des Heiligen Geistes dar: „Wir haben das wahre Licht gesehen, wir haben den himmlischen Geist empfangen, wir haben den wahren Glauben gefunden, die unteilbare Dreieinigkeit beten wir an.“ An diesem Tag wird während der Liturgie (Gottesdienst) oft das Lied gesungen „Carju Nebesnij…Dem Himmelreich“. In der christlichen Kirche heißt dieses Fest die Herabkunft des Heiligen Geistes auf die Apostel, Tag des Heiligen Geistes, Tag der Dreiheit, Dreiheit, serb. Duhovi u.ä. Der Pfingsttag oder Pentekoste ist einer der ältesten Feiertage des Herrn. Der Feiertag ist durch einen besonderen Gottesdienst gekennzeichnet und an diesem Tag wird gleich nach der Liturgie der Abendgottesdienst angeschlossen (damit die Gläubigen kniend den Gebeten zuhören können), der dem Heiligen Geist gewidmet ist und beinhaltet Gebete, die, am Tag der Gabe des Heiligen Geistes an die Apostel, in uns die Gnade des Heiligen Geistes erneuern soll.  

 

An diesem Tag ist es Brauch, dass die Kirchen und Häuser der Gläubigen mit Blumen und grünen Pflanzen geschmückt werden, sicherlich in Anlehnung an den jüdischen Feiertag Schawuot. Da der Heilige Geist genau zum jüdischen Feiertag der Pentekoste auf die Jünger herab kam, war das Obergemach auf dem Zion sicherlich geschmückt. Am Feiertag des Heiligen Geistes flechten die Gläubigen, während sie den Gebeten am Abendgottesdienst lauschen, Kränze aus Blumen und Gräsern und nehmen diese mit nach Hause, um sie an ihre Ikonen zu geben, als sichtbares Zeichen ihrer Frömmigkeit und ihres Glaubens. Das Grün erneuert die Natur, der Heilige Geist erneuert unsere Seelen, wie auch das gesamte Wesen des Menschen.

 

Der Feiertag der nach dem Pentekoste folgt nennt sich deutsch „Pfingstmontag“, denn er ist dem Allheiligen, Lebensspendendem und Allmächtigen Heiligen Geist gewidmet, einem der drei Personen der Dreifaltigkeit, der wesensgleich ist mit dem Vater und dem Sohn und genauso verehrt wird wie der Vater und der Sohn.

 

Mag. Mirko Kolundzic

 

Download als Lehrmaterial hier.

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