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Skandalöse Zustände um die Ikone der Gottesgebärerin von Philermos

Mangel an Professionalität im Volksmuseum Crna Gora bedroht Heilige Reliquie

 

Cetinje, 08.12.2017 (OID) Wie die serbisch-orthodoxe Metropolie der Crna Gora (Montenegro), anlässlich des Festes Mariä Einführung in den Tempel, am 4. Dezember, berichtet, ist die wundertätige Ikone der Gottesgebärerin von Filermos in großer Gefahr. Die Ikone befindet sich seit mehreren Jahrzehnten im Volksmuseum Crna Gora (Montenegro) in Cetinje und ist in einem katastrophalen Zustand.

 

Technischer Bericht offenbart schwerwiegende Mängel

 

Der zuständige Museumstechniker Aleksandar Berkuljan schildert in einem der montenegrinischen Presse zugesandten Bericht, dass die Ikone in einem sehr schlechten Zustand ist. Die Ikone der Gottesgebärerin von Philermos sei mit einem Schraubenzieher behandelt worden und die Leinwand hätte man mit einem Skalpell beschädigt.   

 

„Während der Expertise vor einigen Jahren habe ich gesehen, dass die Ikone in einen schrecklichen Zustand ist. Damals habe ich einige Aufnahmen mit polarisiertem Licht gemacht, d. h. ich habe bestimmte Filter verwendet und die Makro- und Mikrostruktur gefilmt. Sie zeigen, dass die Oberfläche der Ikone extrem degradiert ist, dass es sich um Enkaustik handelt, also um ein Bild, dass mit Wachsfarben gemalt wurde d. h. mit einer in Wachs gebundenen Tinktur“, so Aleksandar Berkuljan in seinem Bericht.

 

Die Farben, so Berkuljan, haben große Beschädigungen erlitten, und unter einer Vergrößerung ist eine schuppenartige Oberfläche sichtbar, die droht abzufallen. Das Bild wurde nicht mit den klassischen Techniken Öl auf Leinwand oder mit Tempera gemalt, wir man lange vermutet hat, so Berkuljan.

 

„Die Ikone weißt keine Grundierung vor, die Farbfläche wurde direkt auf das grobe Juteleinen aufgetragen, welches analysiert werden kann und mit dem so die genaue Entstehungszeit ergründet werden könnte“, so Berkuljan.

 

Berkuljan weißt weiters darauf hin, dass der Rahmen der Ikone in 1990er Jahren stark beschädigt wurde, als sie zu Forschungszwecken aus dem Originalrahmen entnommen wurde. Damals haben die Zuständigen durch unkundiges Handeln d h. mit einem Schraubenzieher den Rahmen schwer beschädigt, dessen Schaden bis heute nicht behoben wurde.

 

Montenegro fehlen die entsprechenden Experten

 

Berkuljan konstatiert, dass Montenegro nicht genügend technische und fachliche Kapazitäten besitzt, um den weiteren Verfall der Ikone aufzuhalten bzw. die Ikone auf irgendeine Weise zu restaurieren.

 

„Soweit es mir bekannt ist, beschäftigt sich bei und niemand mit Enkaustik, noch mit der Konservation von Wachsfarben. Hier besteht auch das Problem der Temperatur Entfernung. Wenn die Temperatur zu hoch ist, besteht die Gefahr, dass die Farbe schmilzt oder abfällt. Die Ikone ist bereits in der Phase wo sie schuppenartig aussieht. Die ganze Oberfläche ist aufgeplatzt“, so Berkuljan.

 

Serbische Kirche hofft auf Rückgabe der Ikone

 

Erzpriester Nikola Pejovic von der Metropolie von Crna Gora unterstreicht, dass das Fest der Einführung der Gottesgebärerin in den Tempel eine gute Gelegenheit ist das Gebet zur Gottesgebärerin zu richten und um Vergebung zu bitten.

 

„Es ist offensichtlich, dass diese Entweihung der wundertätigen Ikone niemanden etwas Gutes bringen kann, daher hoffen wir, dass uns der Herr der baldigen Überführung der Ikone von Philermos in das Haus Gottes würdigen wird, dem Ort des Gebetes, wo ihr der Platz auch gebührt“, so Erzpriester Pejovic. 

 

Von Rhodos bis nach Cetinje  

 

Die wundertätige Ikone der Allheiligen Gottesgebärerin, die die Schutzheilige von Cetinje ist, hat Mitte des ersten Jahrhunderts in Ephesos, im Haus des Hl. Apostel Johannes des Theologen, der Hl. Apostel Lukas gemalt.

 

Die Ikone befand sich einige Zeit im alten orthodoxen Heiligtum Philermos auf Rhodos, nach dem sie dann auch benannt wurde. Später kam sie mach Jerusalem und 430 wird die Ikone von der oströmischen Kaiserin Evdokia nach Konstantinopel gebracht, in die bedeutende Marienkirche von Blachernae.       

 

Nach dem Überfall auf Konstantinopel durch die Kreuzritter wurden viele Heiligtümer geraubt, unter ihnen auch die Ikone der Gottesgebärerin von Philermos. Die Ikone gerät in die Hände des römisch-katholischen Mönchsritterordens der Johanniter, die die Ikone ins Heilige Land bringen. Später wir die Ikone auf Zypern aufbewahrt und schließlich 1310 kommt sie wieder nach Rhodos.

 

1523 musste der Johanniterorden Rhodos wegen der Eroberung durch die Osmanen verlassen und kam mit samt der Ikone nach Malta. In Folge bekam der Orden den Namen Malteser. Bereits zu dieser Zeit befanden sich in Besitz des Malteserordens noch zwei wichtige heilige Reliquien, die heute ebenfalls in Cetinje aufbewahrt werden – einen Teil des Kreuzes Jesu und die rechte Hand Johannes des Täufers.

 

Nach der Eroberung Maltas durch Napoleon musste der Malteserorden fliehen und fand im zaristischen Russland Zuflucht. Am 3. August 1799 wurden die heiligen drei Reliquien dem russischen Zaren Pavel II Romanov geschenkt. Die Reliquien verblieben in Russland 120 Jahre bis sie wegen der bolschewistischen Machtübernahme über Estland nach Kopenhagen von der Zarin Maria Feodorowna, der Mutter des letzten russischen Zaren Nikolai II Romanov, gebracht wurden.

 

In der Folgezeit befanden sich die Reliquien in der russischen Kathedrale in Berlin, ehe sie 1932 der Metropolit von Kiew Antonij Hrapovicki dem König von Jugoslawien Aleksandar Karadjordjevic, als Dank für die Aufnahme zehntausender russischer Emigranten in Folge der Oktoberrevolution, übergeben werden. Bis zum Ausbruch des Zweiten Weltkriegs wurden die Reliquien in der Schlosskapelle des Hl. Andreas in Belgrad aufbewahrt.

 

Anfang April 1941 bringt der junge König Petar II Karadjordjevic die Reliquien in das Kloster Ostrog in Montenegro, wo sie bis 1952 in der Mönchszelle des Abtes Leontije Mitrovic gehütet wurden. Zwischen 1952 und 1978 befanden sich die Reliquien im Gewahrsam des Staatsschutzes, ehe sie schließlich am 20. Januar 1978 an das Kloster Cetinje übergeben wurden, wobei die Ikone selbst in das ortsansässige Volksmuseum gebracht wurde.   

 

 

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