Freitag 20. Oktober 2017

NEU! Orthodoxe Kirchenzeitung

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Die aktuelle Ausgabe Herbst-Winter/2015

 

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NEU! "Orthodoxe Religionspädagogik"

an der Universität Wien

 

 

Warum werden in der Kirche Kerzen angezündet?

Bevor wir über den Gebrauch der Kerzen in der Kirche sprechen, sollte man zuerst erwähnen, dass die Opferdarbringung in verschiedenen Formen im Tempel des Herrn noch aus der Alttestamentlichen Kirche stammt. Kerzen werden poetisch-sakramental an vielen Stellen des Alten Testaments erwähnt, von denen wir besonders das Buch der Chronik, das Buch Hiob, die Propheten Jesaja, Jeremia, Sacharja (1) hervorheben, und wir wissen, dass diese schon damals in den gottesdienstlichen Gebrauch im Tempel des Herrn gelangen. Im Gebet für die Weihe der Kerzen gedenkt die Kirche des Moments als Gott sich Moses zuwendet und ihm sagt, er solle einen Tisch aufstellen und Brote auf diesen legen, sowie dass er den Kerzenleuchter hereinbringt, auf dem er die Kerzen stellen soll (2).

In der Neutestamentlichen Kirche wurde diese sakramentale Erfahrung nie abgebrochen, besonders bei den Judenchristen, die seit jeher es gewohnt waren Opfer im Tempel des Herrn darzubringen. Im ersten Jahrhundert des Christentums erfahren wir, dass auf Grundlage des apostolischen Amtes, was im Brief an die Korinther (3) bezeugt wird, die Gläubigen verschiedene Speisen und Getränke dargebracht haben. Diese gesammelte Nahrung wurde größtenteils auf die Seite gebracht und später wurde sie zum Unterhalt an die Priester verteilt, aber es wurde auch weiterhin als Opfer für Gott angesehen (4).

 

Diese Spenden an den Tempel waren freiwillig, aber gleichzeitig auch Zeichen für Tugend und Barmherzigkeit gegenüber dem Klerus, der ausschließlich davon lebte, was von Eusebius und Tertullian bezeugt wird. Später begann das Volk, getragen vom schönen Eindruck der Alttestamentlichen Kirche, im Tempel irdische Früchte und „Werke der eigenen Hände“ darzubringen, was zum Abweichen von einer bestimmten Opferordnung geführt hat, so dass diese Frage in den apostolischen Regeln behandelt wurde. Daher sprechen die 3. und 4. Apostolische Regel streng darüber, was auf dem Opfertisch dargebracht werden darf, und das: Weizen (Brot), Wein, Öl für die Hängelampen und Weihrauch – alles was einen sakramentalen gottesdienstlichen Zweck hat, in der Liturgie – Danksagung, oder bei Opferdarbringung (blutlosen).

 

Und hier trennen sich historisch die Opfer zum Tempel und die „Epitrachelion Opfer“ (besser bekannt als „kirchliche Rituale“), wo im 4. Jahrhundert die Kirche, gemeinsam mit dem Staat, das letztere als verpflichtende Einnahmen für die Priester festlegte. Der Verstoß gegen das o. g. Gebot zog auch entsprechende Strafen nach sich, was die Regel selbst bezeugt, die uneingeschränkt den Ausschluss vom Ritual fordert (Exkommunikation).

 

Über den Gebrauch von Wachs und Öl im Gottesdienst bezeugen uns die Apostel selbst, als sie in ihrem Beisammensein bis tief in die Nacht blieben (5), dies bezeugen auch die apostolischen Ämter, die auch Tertullian erwähnt. In der Athener Syntagma erklärt Zonaras, dass die Gläubigen von Herzen Wachs und Öl als Kirchengabe dargebracht haben, die bereits als Kirchengegenstände galten, da sie schon lange im Kirchengebrauch waren (6). Das Anzünden von Kerzen ist die Gabe an Gott, und diese Substanz, die brennt, sollte das Beste sein, da der Herr verlangte, dass Ihm Opfer vom Besten dargebracht werden sollen (7). In Anlehnung an Erzbischof Benjamin und seine „Novuju Skrizalj“, erklärt Nikoljski, dass „das Wachs, das von duftenden Blumen gesammelt wird, den geistigen Duft der Darbringung bedeutet, d. h. es zeigt den Glauben und die Liebe jener, die es darbringen. Und wenn es von vielen Blumen gesammelt wird und duftet, so kennzeichnet das die Darbringung als wohltuend für alle Christen.“ (8)

 

Doch am schönsten hat uns die Bedeutung des Gebrauchs der Kerzen in der Kirche Simeon von Thessaloniki übertragen, der inspirierend den Sinn der Wachsdarbringung im Tempel des Herrn beschrieben hat. In seiner Schrift „Über den Tempel“ erklärt uns Erzbischof von Thessaloniki die sakramentale Bedeutung der Darbringung von Wachs: „Die Darbringung und das Entzünden des Wachses als allerreinste Substanz stellt unsere Reinheit und Ehrlichkeit der Gabe dar; Wachs als Materie, auf der man Stempel eindrücken kann, bedeutet den Stempel oder Zeichen des Kreuzes, das auf uns kommt bei der Taufe und Myronsalbung; Wachs als edle und weiche Substanz, bedeutet unseren Gehorsam und unsere Bereitschaft zur Reue wegen unseres sündigen Lebens…; Wachs als Substanz, die brennt, bedeutet unsere Vergöttlichung (d. h. unsere Natur die durch das göttliche Feuer gereinigt wird), und schließlich, Wachs, auf dem die Flamme brennt, oder das Licht, bedeutet die Vereinigung und die Stärke unserer Liebe und des Friedens.“ (9) Der gleiche Autor sagt an anderer Stelle, dass wir im Tempel „das Wachs, das von vielen Blumen gesammelt wurde,“ darbringen, „was die vollkommene Darbringung unseres allgemeinen Opfers bedeutet.“ (10)

 

Den ganzen Text finden Sie unter folgendem Link: http://www.orthodoxe-kirche.at/site/neuorthodoxseinundorthodo/kerzenundihrebedeutung

 

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