Freitag 20. Oktober 2017

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NEU! "Orthodoxe Religionspädagogik"

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Der Ökumenische Patriarch Bartholomaios im Burgenland: "Großer Schritt in Richtung Einheit"

 

Am Dienstag, 11. November, wohnte Seine Allheiligkeit, der Ökumenische Patriarch Bartholomaios dem diesjährigen Martinsfest im Eisenstädter Martinsdom als Ehrengast bei. Mit dem Patriarchen waren auch Metropolit Arsenios von Austria und die patriarchale Delegation, Metropolit Athanasios von Chalkedon und Bischof Nikephoros von Amorion, erschienen. Die Evangelische Kirche war durch den Superintendenten Manfred Koch vertreten. Der Gastgeber, Bischof Ägidius Zsifkovics von Eisenstadt, stand dem Festgottesdienst vor, welcher ganz im Zeichen der Einheit stand.

 

Unmittelbarer Anlaß des Besuches des Ökumenischen Patriarchen war die Stiftung eines kirchlichen Grundstückes in St. Andrä am Zicksee an die Metropolis von Austria, auf welchem das erste orthodoxe Kloster Österreichs entstehen wird.

Die musikalische Gestaltung des Festgottesdienstes orientierte sich aus Ehrerbietung gegenüber den Gästen an der musikalischen Tradition der Orthodoxen Kirche. Im Rahmen des Gottesdienstes wurde die Stiftungsurkunde für das neue Kloster in deutscher und griechischer Sprache verlesen. Mit dem Kloster soll den orthodoxen Christen Pannoniens ein spiritueller Ort geschenkt werden, heißt es in der Urkunde. Das neue Kloster soll einen Raum gelebter, von Nächstenliebe und Respekt getragener Ökumene zwischen orthodoxen und katholischen Christen ermöglichen. Unterzeichnet wurde die Urkunde von Bischof Ägidius von Eisenstadt und Metropolit Arsenios von Austria. Ein Exemplar der Urkunde überreichte Bischof Ägidius an den Ökumenischen Patriarchen Bartholomaios, das zweite Exemplar an Metropolit Arsenios.

 

 

Zwei Vertreter der Pfarre St. Andrä überreichten im Anschluss an die Verlesung der Urkunde eine Kopie der Andreas-Statue in der Pfarrkirche von St. Andrä an Seine Allheiligkeit. Im Sockel dieser Statue wurde Erde des gestifteten Grundstückes als Zeichen der Verbundenheit eingefaßt. Hierbei wurde an die apostolische Tradition zwischen Konstantinopel und Rom angeknüpft, weil die Heiligen Apostel Andreas und Petrus Brüder waren. Zudem ist der Apostel Andreas Patron sowohl des Ökumenischen Patriarchats von Konstantinopel als auch des Ortes St. Andrä. Der Ökumenische Patriarch Bartholomaios dankte der römisch-katholischen Schwesterkirche im Burgenland für die Unterstützung zur Errichtung eines orthodoxen Klosters. Dieses neue Kloster solle zur Einheit der Christen beitragen, betonte der Patriarch in seiner Ansprache zum Martinsfest-Gottesdienst. Er sprach von einem historischen Tag und einem großen Schritt in Richtung Einheit der Christen.

 

 

Die Christen müssten gemeinsam den Herausforderungen der Gegenwart begegnen, zeigte sich Seine Allheiligkeit überzeugt. Wörtlich sagte Er: „Trotz der scheinbaren Freiheit, der Entfaltung der Würde der sogenannten Menschenrechte, der Religionsfreiheit und der Identität des Menschen kommt es in den letzten Jahre zum irrationalen Aufflammen des religiösen Fanatismus, zu Intoleranz, zu Leiden auf Grund mangelnder Bruderliebe und zu Rachegelüsten.“ Diesen Problemen entgegenzutreten sei Aufgabe aller Christen. Eindringlich rief der Ökumenische Patriarch zu einem „guten Klima der Versöhnung und der Zusammenarbeit zwischen den Kirchen“ auf.

 

Seine Allheiligkeit zeigte sich zugleich sehr zuversichtlich, daß der kommende Besuch von Papst Franziskus im Phanar zum Andreasfest am 30. November reiche Früchte tragen werde. Wörtlich sagte Er: „Wir erwarten unseren geliebten Bruder mit Freude und Rührung, um die Bemühungen, den Kampf und das Ringen um die Versöhnung und die Einheit des menschlichen Geschlechtes fortzusetzen, aber auch um den Weg zur Vereinigung unserer Kirchen zu einer Kirche zu bekräftigen, gemäß dem Glauben und dem Dogma der Kirche des ersten Jahrtausends.“

 

 

Bischof Ägidius Zsifkovics betonte in seinem Grußwort an den Ökumenischen Patriarchen, daß die Einheit der Christen kein intellektueller sondern ein spiritueller Prozeß sei. Wörtlich sagte er in Anlehnung an das Leben und Wirken des Heiligen Martin: „Wir sollen zusammen vorangehen, füreinander beten und miteinander Werke der Barmherzigkeit tun und dabei nicht erst auf Einigung in theologischen Fragen warten.“ Mit Bischof Ägidius konzelebrierten bei dem Festgottesdienst am Dienstag Kardinal Kurt Koch als Präsident des Päpstlichen Einheitsrates, der Südtiroler Bischof Ivo Muser, der Apostolische Nuntius Erzbischof Peter Stephan Zurbriggen, Altbischof Paul Iby, der Hochmeister des Deutschen Ordens, Bruno Platter sowie zahlreiche Priester, Diakone und Gläubige der Diözese Eisenstadt .

 

Kardinal Koch verlas am Ende des Gottesdienstes ein Grußwort von Papst Franziskus, worin die ökumenische Geste der Diözese Eisenstadt seitens des Papstes gewürdigt und die Brückenfunktion zwischen Ost und West hervorgehoben wird, welche der Diözese zukomme. Das habe schon Papst Johannes Paul II. bei seinem Besuch im Burgenland 1988 den hiesigen Christen ans Herz gelegt, erinnerte Papst Franziskus.

Im Anschluss an den Gottesdienst trafen Seine Allheiligkeit, Metropolit Arsenios von Austria und die patriarchale Delegation mit österreichischen Journalisten und Berichterstattern zusammen. Seine Allheiligkeit schilderte dabei Seine bisherigen Eindrücke des Österreichbesuches und bekräftigte nochmals Seine aufrichtige Dankbarkeit in Hinblick auf die Grundstücksstiftung. Danach erfolgte ein Treffen mit den politischen Spitzen des Bundeslandes Burgenland, allen voran Landeshauptmann Hans Niessl, Vertreterinnen und Vertretern des Burgenländischen Landtages und dem Bürgermeister von Eisenstadt Thomas Steiner.

 

 

Der Feiertag wurde mit einem gemeinsamen Festmahl in der Bischöflichen Residenz zu Ehren des Heiligen Martin mit dem traditionellen Martinigansl abgerundet. Bischof Ägidius Zsifkovics dankte Seiner Allheiligkeit für ein schönes Brustkreuz, welches er als Geschenk erhalten hatte. Der Ökumenische Patriarch wünschte dem Bischof und seiner Diözese eine fruchtbare Entwicklung und ihm als Oberhirten viel Kraft.

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